Bodenbelastungskarte

Bodenbelastungskarte (BBK)

Seit dem 1.3.1999 gilt das Bundes-Bodenschutzgesetz (BBodSchG) und aus dem Herbst des gleichen Jahres stammt die Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung (BBodSchV). Beides zusammengenommen bildet die gesetzliche Grundlage u.a. zur Bewertung der stofflichen Belastung von Böden. Neben der Gefahrenabwehr ist als ein neues Element des Bodenschutzes der Vorsorgegedanke verankert worden. Der Vorsorgegedanke des Gesetzes kann nur zur Geltung kommen, wenn die stoffliche Belastung der Böden bekannt ist.

Einen wesentlich größeren Anteil als Böden auf Altlastenflächen machen die noch weitgehend natürlichen Böden unter land- oder forstwirtschaftlicher Nutzung aus. Gerade diese Böden lassen sich hinsichtlich ihrer Gehalte an persistenten Schadstoffen heute gut bewerten, wenn ihre Gehalte an Schwermetallen und persistenten organischen Schadstoffen mit Hilfe der digitalen Bodenbelastungskarten ermittelt und dargestellt werden.

Digitalen Bodenbelastungskarten sind stoffspezifizierte Karten, die flächenhaft die Belastung von Böden mit persistenten Schadstoffen (insbesondere Schwermetalle) sichtbar machen sollen.

BBK Kreis Coesfeld Teilabschnitt Heubachniederung/Merfelder Bruch
Arsen in Böden

In den Böden des Merfelder Bruchs und der Heubachniederung wurden in den letzten Jahren erhöhte Arsengehalte gemessen, die sich durch natürliche Anreicherungsprozesse eingestellt haben. Arsen, das wahrscheinlich aus dem Grundwasser stammt, tritt vorwiegend an anmoorigen oder stark humosen Standorten auf und wird in gut belüfteten Böden zusätzlich an Eisenverbindungen (rotbraune Bodenfärbung) gebunden. Die Anreicherung von Arsen hat vermutlich vor mehr als 10.000 Jahren begonnen.

Im Rahmen der behördlichen Gefahrenermittelung nach § 9 Bundes-Bodenschutzgesetz (BBodSchG) wurde im Jahr 2005 eine Bodenbelastungskarte für den Teilabschnitt Haubachniederung / Merfelder Bruch erstellt.Dabei wurden Spitzengehalte von 350 mg/kg Arsen in den oberflächennahen Böden gemessen. Damit liegen deutliche Überschreitungen des Maßnahmenwertes von 50 mg/kg Arsen (Königswasseraufschluss) bei Grünland und Äckern mit zeitweise reduzierenden Verhältnissen vor.

Die Karte der Arsengehalte im Untersuchungsgebiet können Sie hier als PDF-Datei herunterladen.

Aufgrund der Überschreitung der Maßnahmenwerte wurde in enger Zusammenarbeit mit der Landwirtschaftskammer NRW (Niederlassung Coesfeld) – Bewirtschaftungs- und Anbauempfehlungen für die Nutzung der betroffenen Flächen zu erarbeiten.

In Abstimmung mit der Bezirkstelle für Agrarstruktur sowie der Abteilung Veterinärdienst und Lebensmittelüberwachung wurden Handlungsempfehlung für die Betroffenen erarbeitet.
Diese wurden als Informationsschrift des Kreises Coesfeld herausgegeben.

Die Informationschrift Arsen in Böden kann hier heruntergeladen werden. Darüber hinaus kann die Informationschrift über die E-Mailadresse altlasten@kreis-coesfeld.de angefordert werden. Sie liegt im Kreishaus Coesfeld sowie im Rathaus Dülmen aus.

Durchgeführte Untersuchungen an Grünfuttersilagen aus dem betroffenen Gebiet haben keine Grenzwertüberschreitungen ergeben.

Als Ergebnisse der Untersuchungen im Zusammenhang mit der Bodenbelastungskarte Teilabschnitt Heubachniederung / Merfelder Bruch konnte – wie berichtet - festgestellt werden, dass sich Gebiete mit potentiellen Überschreitungen der Maßnahmenwerte unter Einsatz von geografischen Informationssystemen auf Teilflächen beschränken lassen. Diese Möglichkeit besteht, da eine Abhängigkeit der Arsengehalte mit den vorhandenen Bodentypen, der Nutzung und im hohen Maße von der Lage und der Ausprägung des Grundwasserschwankungsbereiches festgestellt werden konnte. Auf der Grundlage der vorhanden Daten wurde eine solche Auswertung durch den Kreis Coesfeld durchgeführt. Es wurde eine Karte der Gebiete erarbeitet, die auf Grund des Bodentyps und der Ausprägung des Grundwasserschwankungsbereiches potentiell erhöhte Arsengehalte aufweisen können. Die Karte ist im GIS-Portal einzusehen.

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