Impfung / Impfempfehlungen

Wo bekomme ich noch Informationen über Impfungen?

Informationen zu Impfungen erhalten Sie bei Ihrem behandelnden Arzt.
Sie können sich auch an folgende Stelle wenden:

Kreis Coesfeld, Gesundheitsamt,
Schützenwall 16, 48651 Coesfeld
Tel. : (02541) 18-5303

Im Internet finden Sie u.a. auf folgenden Homepages weitere Hinweise und Informationen:

Hinweise zum Infektionsschutz in Gemeinschaftseinrichtungen (Schulen, Kindergärten u.ä.) finden Sie auf dieser Seite und dem Punkt "Seiten mit ähnlichen Themen).

Impf-Empfehlungen:

Röteln 

Röteln sind eine mild verlaufende Virusinfektion mit geringem Fieber, Lymphknotenschwellung und einem kleinfleckigen Ausschlag. Wenn sich aber Schwangere mit Röteln anstecken, führt dies zu einer Schädigung des ungeborenen Kindes.
Mit der Röteln-Impfung soll verhindert werden, dass sich Schwangere überhaupt anstecken können.Eine gesonderte Röteln-Impfung für Mädchen ab dem 11. Lebensjahr wird jetzt nicht mehr empfohlen.

Statt dessen sollen alle Kinder mindestens 2 x Masern-Mumps-Röteln-Impfungen (MMR) erhalten, wobei die 1. Impfung üblicherweise im 11. bis 14. Lebensmonat, die 2. Impfung im 15. bis 23. Lebensmonat erfolgt.

Die 2. Impfung kann  auch bei älteren Kindern und jungen Erwachsenen jederzeit nachgeholt werden.

Auf jeden Fall soll bis zum 18. Lebensjahr jeder zwei MMR-Impfungen bekommen haben!

In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut des Bundesministeriums für Gesundheit deshalb ab dem 12. Lebensmonat eine 1. und ab dem 15. Lebensmonat die 2. Impfung eines Kombinationsimpfstoffes gegen Masern, Mumps und Röteln.

Hepatitis B
Hepatitis-B ist eine durch Viren hervorgerufene, ansteckende, oft schwer verlaufende Lebererkrankung. Sie äußert sich häufig durch eine "Gelbsucht" und allgemeines Unwohlsein, kann aber auch ohne jegliche Beschwerden verlaufen. Das Tückische an der Hepatitis-B ist, dass sie gänzlich unbemerkt in eine chronische Erkrankung übergehen kann, die dann über eine Leberzirrhose (Schrumpfleber) oder einen Leberkrebs langfristig zum Tode führen kann. Das Virus befindet sich in Körperflüssigkeiten. Es ist hundertmal ansteckender als das Aids-auslösende Virus. Ansteckungsgefahr besteht durch Blutkontakte, auch über kleinste Haut- und Schleimhautwunden. Bei Jugendlichen und Erwachsenen ist das Ansteckungsrisiko beim Geschlechtsverkehr am höchsten. Deshalb sollen alle Kleinkinder eine aus 3 Impfungen bestehende Grundimmunisierung gegen Hepatitis-B erhalten. Ältere Kinder bzw. Jugendliche sollten so früh wie möglich nachgeimpft werden. Die Kosten werden bis zum 18. Lebensjahr von den Krankenkassen übernommen. Die Hepatitis-B-Impfung kann gleichzeitig mit einer Hepatitis-A-Impfung kombiniert werden.

Hepatitis A
ist ebenfalls eine durch Viren hervorgerufene ansteckende Lebererkrankung, die viel infektiöser, im Verlauf aber harmloser ist als die Hepatitis B. Der Übertragungsweg ist ein anderer: Schmierinfektionen, unsachgemäß zubereitete Speisen, schlechte Hygienebedingungen, z. B. bei Reisen. Die Impfkosten werden nicht von den Krankenkassen übernommen.

Tetanus / Diphtherie
Beim Wundstarrkrampf handelt es sich in der Regel um eine Wundinfektion. Der Erreger kommt in Schmutz, Staub bzw. in der Erde vor. Ansteckungsgefahr besteht bei allen Verletzungen. Die Krankheit führt zu Krämpfen mit Atemnot und Tod durch Ersticken.

Diphtherie
ist eine Infektionskrankheit des Rachenraumes und wird durch die Atemluft (Tröpfcheninfektion) übertragen. Gefährlich ist sowohl die örtliche Wirkung mit massiver Schwellung im Rachen und Gefahr durch Ersticken, sowie die Fernwirkung der Giftstoffe über den Blutweg. Dadurch kann es zu Herzmuskelschäden und Nervenlähmungen kommen. In den letzten Jahren wurden in Osteuropa noch größere Krankheitsausbrüche beobachtet.

Nach einer 3-maligen Grundimmunisierung im Säuglingsalter und Auffrischung im 6. Lebensjahr wird allen Menschen eine regelmäßige Auffrischimpfung im Abstand von 10 Jahren empfohlen.

Kinderlähmung
Die "Kinder"lähmung (Poliomyelitis) ist keine "Kinderkrankheit", sie kann auch Erwachsene betreffen. Der Erreger gelangt meist durch Fehler der Hygiene über Nahrungsmittel zum Menschen, kann aber auch durch Tröpfcheninfektion übertragen werden.
Die Erkrankung kann harmlos verlaufen, bei jedem 10. kommt es jedoch zu schweren Komplikationen mit bleibenden Lähmungen und Schädigungen des Nervensystems.

Da die Kinderlähmung in weiten Teilen der Welt weitgehend zurückgedrängt wurde und auch in Deutschland in den letzten 10 Jahren keine "Wildinfektionen" mehr aufgetreten sind, wird der orale Impfstoff (Schluckimpfung) nicht mehr empfohlen, da dieser in Einzelfällen von sich aus zu einer Polioerkrankung führen konnte (Risiko: 1:4 Mio.).

Statt dessen sollen alle Kleinkinder eine Grundimmunisierung mit einem Kombinationsimpfstoff erhalten, der gespritzt wird.

Alle anderen Kinder bzw. junge Erwachsene sollen zwischen dem 11. und 18. Lebensjahr noch einmal eine Auffrischung mit dem neu zu spritzenden Impfstoff (IPV) erhalten.

Mumps ("Ziegenpeter")
Mumps gehört zu den Infektionserkrankungen, die durch Schutzimpfungen vermeidbar, durch Medikamente aber nicht heilbar sind.

Der Mumpsvirus wird meist von Mensch zu Mensch durch Tröpfcheninfektion übertragen. In Deutschland erkranken ca. 60.000 Menschen jedes Jahr daran. Die Viruserkrankung geht mit Fieber, Kopfschmerzen und einer Schwellung der Speicheldrüsen (‘Ziegenpeter’) einher. Bei zumindest jedem zehnten Mumpskranken tritt zusätzlich eine Entzündung der Hirnhäute (Meningitis) und gelegentlich des Gehirns (Enzephalitis) auf. Eine zwar seltene, aber typische Komplikation des Mumps ist ein Hörverlust mit bleibender Schwerhörigkeit. Auch Jugendliche und Erwachsene können an Mumps erkranken. Bei jedem vierten jugendlichen oder erwachsenen Mann tritt eine Schwellung und Entzündung der Hoden auf, die in seltenen Fällen zur Unfruchtbarkeit führen kann.

In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut des Bundesministeriums für Gesundheit deshalb ab dem 12. Lebensmonat eine erste und ab dem 15. Lebensmonat  die zweite Impfung eines Kombinationsimpfstoffes gegen Masern, Mumps und Röteln.

Masern
gehören zu den Infektionserkrankungen, die durch Schutzimpfungen vermeidbar, durch Medikamente aber nicht heilbar sind. Entgegen landläufiger Auffassungen sind sie keine harmlose ‘Kinderkrankheit’, sondern stellen eine häufig schwer verlaufende Erkrankung dar, die besonders in Deutschland aufgrund unzureichender Durchimpfungsraten sehr weit verbreitet ist.

Sie geht mit hohem Fieber, Husten, Bindehautentzündung und einige Tage später mit einem typischen Hautausschlag einher. Die Erkrankung dauert etwa 2 Wochen. In dieser Zeit sind die Patienten hoch ansteckend für andere Menschen. Zwar heilen die Masern in den meisten Fällen problemlos aus, doch können häufig auch zum Teil schwere Komplikationen wie Mittelohr- und Lungenentzündungen auftreten. Bei etwa einem von 1.000 - 2.000 Masernkranken muss mit einer Hirnentzündung (Enzephalitis) gerechnet werden, die der Erfahrung nach bei einem Drittel bleibende Schäden (geistige und körperliche Behinderungen) hinterlassen kann. Erkranken Erwachsene an Masern, sind sie in der Regel besonders gefährdet. Bei ihnen treten die gefürchteten Komplikationen gehäuft auf. Derzeit werden jährlich zwischen 50.000 - 100.000 Masernfälle in Deutschland geschätzt, während es in anderen Ländern (Lateinamerika, USA, Schweden, Dänemark, Niederlanden, Finnland) aufgrund konsequenter Impfungen fast keine Masernerkrankungen mehr gibt.

In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut des Bundesministeriums für Gesundheit deshalb ab dem 12. Lebensmonat die erste und ab dem 15. Lebensmonat die zweite Impfung eines Kombinationsimpfstoffes gegen Masern, Mumps und Röteln. 

Weitere Informationen zum Thema Masern erhalten Sie auf dieser Seite unter dem Punkt "Seiten mit ähnlichen Themen".

Keuchhusten (Pertussis)
Keuchhusten ist eine durch Schutzimpfung vermeidbare bakterielle Infektionserkrankung der Atemwege. Er quält vor allem Säuglinge und Kleinkinder mit seinem langwierigen Verlauf (in der Regel 6 - 8, manchmal auch bis zu 20 Wochen) und wird mit dem "plötzlichen Kindstod" in Verbindung gebracht. Trotz moderner Therapiemöglichkeiten führt er nicht selten bei Kleinkindern zu Lungenentzündungen, Krampfanfällen und Hirnschäden.

Auch Erwachsene und Jugendliche sind trotz einer Impfung oder Infektion im Kindesalter nicht durchgängig gegen eine Erkrankung gefeit, die bei ihnen meist wenig dramatisch als uncharakteristischer Husten verläuft. Bedeutsamer ist aber, dass sie zur Verbreitung des Erregers beitragen und die Infektion auf Säuglinge und Kinder übertragen können. Eine Ansteckung erfolgt durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch.

In der Regel soll zwischen dem 3. und 15. Lebensmonat mit vier Impfungen gegen Keuchhusten eine Grundimmunisierung erfolgen. Danach wird von der Ständigen Impfkommission am Robert-Koch-Institut der Bundesregierung für das Kinder- und Jugendalter eine Auffrischung mit 5 bis 6 Jahren und mit 9 bis 17 Jahren empfohlen bzw. für alle Erwachsenen alle 10 Jahre eine Auffrischung in Kombination mit Diphtherie/Tetanus.

Pneumokokken
Pneumokokken-Bakterien gehören zu den häufigsten Auslösern einer Lungenentzündung. In Deutschland sterben jährlich ca. 12.000 Personen an den Folgen, insbesondere ältere Menschen. Die Bakterien werden durch Tröpfcheninfektion übertragen. Bei Patienten mit geschwächtem Immunsystem haben sie leichteres Spiel. Die Schutzimpfung dagegen kann zwar nicht bei allen Geimpften den Ausbruch einer Lungenentzündung verhindern, schützt aber vor einem schweren Verlauf mit oft tödlichem Ende.

Gerade im Alter lässt die Kraft des Immunsystems nach. Ausreichende Vorbeugung durch Impfungen kann deshalb auch Senioren vor sogar tödliche Folgen einer Infektion schützen.

Für alle Personen, die älter als 60 Jahre alt sind, sowie für alle Patienten mit chronischen Grunderkrankungen (der Lunge, Leber oder Niere sowie des Herz-Kreislauf-, des Stoffwechsel- oder des Immunsystems) empfiehlt die STIKO (Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut des Bundesgesundheitsministeriums) deshalb die Impfung gegen Pneumokokken. Der Schutz einer Impfung wirkt bei Erwachsenen mindestens 6 Jahre .

Für Kinder wird eine frühestmögliche Impfung bis zum Alter von 24 Monaten empfohlen.

Infektion durch Zeckenbiss
FSME (Frühsommer-Meningo-Enzephalitis) + Borreliose

Mit Beginn der wärmeren Jahreszeit werden die Zecken wieder aktiv. Auf Gräsern, Sträuchern und im Unterholz sind sie unterwegs. Der Zeckenbiss kann zwei ernstzunehmende Krankheiten übertragen:

Die Borreliose ist auch im Kreis Coesfeld verbreitet. Sie wird durch ein Bakterium verursacht. Bei Auftreten einer sich vergrößernden Rötung um die Bissstelle sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden, der über weitere Behandlungsschritte entscheidet. Eine Schutzimpfung dagegen gibt es nicht.

Im Gegensatz zur Borreliose ist es aber möglich, sich gegen eine FSME-Erkrankung (Frühsommer-Meningo-Enzephalitis) impfen zu lassen. Diese Virusinfektion beginnt mit leichten grippeähnlichen Symptomen. Danach drohen Entzündungen des Gehirns und des Rückenmarks mit schweren dauerhaften Schäden. Das Erkrankungsrisiko besteht aber nur in bestimmten Regionen, in denen mit dem Virus infizierte Zecken vorkommen. In Deutschland sind Landstriche in Bayern, Baden-Würtemberg und Hessen Risikogebiete, im übrigen Europa z.B. Teile in Österreich und Ungarn. Die Saison für eine drohende Ansteckung liegt zwischen April und November.

Die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut des Bundesgesundheitsministeriums empfiehlt deshalb eine ausreichende Schutzimpfung gegen das FSME-Virus allen Personen, die beruflich durch FSME gefährdet sind (z.B. in Land- oder Forstwirtschaft Tätige) oder die sich in den FSME-Risikogebieten aufhalten. Wer einen sicheren Schutz vorweisen möchte, benötigt 3 Impfungen in bestimmten zeitlichen Abständen. Nach drei Jahren ist eine Auffrischung notwendig.

Es hilft Ihnen weiter

Zuständige Organisationseinheit

53 - Gesundheitsamt

Schützenwall 16
48653 Coesfeld

E-Mail: gesundheit@kreis-coesfeld.de