Kopflausbefall in Gemeinschaftseinrichtungen

Kopflausbefall in Gemeinschaftseinrichtungen für Kinder und Jugendliche 

Kopfläuse können jeden Menschen befallen. Auch auf bestens gepflegten Köpfen fühlen sie sich wohl. Kopfläuse sind weltweit verbreitet und werden vor allem an Orten, an denen sich viele Menschen in engem körperlichem Kontakt aufhalten, relativ leicht übertragen. Deshalb kommt es immer wieder in Familien, aber auch in Kindertagesstätten und Schulen zu kleineren 'Läuseepidemien'.

Kopfläuse werden fast ausschließlich durch direkten Körperkontakt übertragen. Erstes Anzeichen einer Verlausung ist oft der Nachweis von Läuseeiern (Nissen), die wie winzige Perlen fest an die Kopfhaare des Betroffenen wasserunlöslich geklebt sind. Läuse können weder springen noch fliegen und legen außerhalb des behaarten Kopfes nur kurze Wegstrecken zurück. Haben Läuse oder Nissen den Kontakt zum menschlichen Kopf einmal verloren, so sind die Läuse nur für maximal 2 - 3 Tage überlebensfähig. Aus den Nissen schlüpfen nach spätestens 7-10 Tagen junge Läuse. Auch diese sterben rasch ab, wenn sie sich nicht auf einem behaarten Kopf befinden. Frisch geschlüpfte Läuse sind sehr ortstreu. Sie verlassen den befallenen Kopf so gut wie nie. In den ersten 10 Lebenstagen sind sie zudem nicht geschlechtsreif und legen daher in dieser Zeit auch noch keine Eier. Eine Übertragungsgefahr geht also fast ausschließlich von geschlechtsreifen Läusen aus. Eine Kopflaus wird ca. 30 Tage alt.

Die Bekämpfung einer Verlausung ist verhältnismäßig leicht, wenn bei der Behandlung einige Grundsätze genau beachtet werden.

Voraussetzung für eine erfolgreiche Läusebehandlung ist, die richtigen Maßnahmen mit den richtigen Mitteln zum richtigen Zeitpunkt durchzuführen. Dies setzt voraus, ausreichend und richtig informiert zu sein.

Da im Einzelfall aber immer wieder weiter führende Fragen zur Verlausung und zum Umgang damit auftreten, werden im Folgenden einige Aspekte noch einmal gesondert herausgegriffen bzw. zusätzlich erläutert.

  • Meldepflicht, Besuch von Gemeinschaftseinrichtungen
    Jede Verlausung ist durch die Sorgeberechtigten an den Kindergarten oder die Schule des Kindes zu melden. Die Einrichtung ihrerseits ist verpflichtet, diese Meldung namentlich an das Gesundheitsamt weiter zu melden. Nur durch den "offenen Umgang" mit Kopfläusen sind teilweise wochenlange Verlausungen in Kindergärten oder Schulen zu vermeiden. Das Meldeformular finden Sie auf dieser Seite unter dem Punkt "Formulare".
  • Verlauste Personen dürfen Gemeinschaftseinrichtungen nicht besuchen.

    Bei einem erstmaligen Verdacht auf eine Verlausung reicht bereits der Nachweis von an den Haaren haftenden Nissen dafür aus, den Betroffenen vom weiteren Besuch einer Gemeinschaftseinrichtung auszuschließen. Da oft jedoch auch nach erfolgreicher Behandlung abgetötete oder leere Nissen an den Haaren haften bleiben, kann der alleinige Nachweis von Nissen in diesem Fall nicht zu einem weiteren oder erneuten Ausschluss vom Besuch einer Gemeinschaftseinrichtung führen.

  • Nissen werden immer in der Nähe der Kopfhaut an das Haar geklebt. Daher geht von Nissen, die sich in einem Abstand von mehr als 10mm zur Kopfhaut finden, sicher keine Übertragungsgefahr mehr aus.
     
  • Das Auffinden von Nissen bedeutet, dass dringend nach Läusen gesucht werden muss. Dazu muss die unten beschriebene Haarkontrollmethode durchgeführt werden.

  • Erst wenn 1 oder mehr Läuse gefunden werden, muss eine komplette Behandlung durchgeführt werden.

  • Nur nach wiederholtem Befall innerhalb von 4 Wochen ist ein ärztliches Attest erforderlich, das zu Lasten der Betroffenen bzw. deren Sorgeberechtigten geht.

Haarkontrollmethode

Nur wenn die Suchmethode nach Läusen regelmäßig  2 mal wöchentlich und gründlich durchgeführt wird, kann der Kopflausbefall mit hoher Treffsicherheit ausgeschlossen werden.
Dazu muss das nasse Haar systematisch mit einem speziellen Läusekamm durchgekämmt werden. Eine normale, handelsübliche Haarspülung, die großzügig auf das feuchte Haar verteilt wird, erleichtert dieses Vorgehen enorm. Das erste Entwirren der Haare kann mit einem normalen Kamm erfolgen. Danach muss mit leichtem Druck und in engen Abständen mit dem Läusekamm auf der Kopfhaut beginnend und an den einzelnen Haarpartien entlang streifend die Suche begonnen werden. Durch Ausstreichen der im Kamm verbliebenen Haarspülung auf einem weißen Papiertuch werden ausgekämmte Läuse gut entdeckt.  

Behandlung

  • Um einen Kopflausbefall rasch und dauerhaft zu beseitigen, müssen äußerlich Mittel eingesetzt werden, die insektentötende Substanzen (Insektizide) enthalten. Diese führen bei richtiger Anwendung (Packungsbeilage beachten) zu einem Absterben aller lebenden Läuse und der meisten Nissen. Da aber einzelne Nissen die Therapie überleben können, muss die Behandlung in jedem Fall nach 9-10 Tagen wiederholt werden, um eine dauerhafte Läusefreiheit zu erzielen.  Auch die übrigen Familienmitglieder müssen in dieser Zeit ebenso kontrolliert werden.

    Führen Sie die Haarkontrollmethode auch später 1 mal wöchentlich im Anschluss an die Haarwäsche durch. Das ist die beste "Vorbeugung".

    Grundsätzlich reicht eine einzige überlebende Nisse nach der ersten Behandlung aus, um nach vermeintlich erfolgreicher Therapie zu einem erneuten Läusebefall zu führen. 
    Sofort nach der ersten bis zur zweiten Behandlung besteht keine Gefahr der Weiterverbreitung der Verlausung.

    Eine Wiederzulassung zu Kindergarten oder Schule ist daher sofort im Anschluss an eine erste wirksame Behandlung (s.o.) möglich.
    Fehlzeiten oder "Krankschreibungen" sind daher bei unkompliziertem Befall nicht erforderlich.

    Der Abstand von 9-10 Tagen zwischen erster und zweiter Behandlung muss wegen des Lebenszyklus der Kopflaus aber in jedem Falle eingehalten werden. Weder eine frühere, noch eine spätere Zweitbehandlung führt zu einer dauerhaften Läusefreiheit.

    Vorbeugende Maßnahmen, die einen Läusebefall sicher verhindern können, sind nicht bekannt. Nur die tägliche Kontrolle nach einem möglichen Kopflauskontakt und erforderlichenfalls die frühzeitige Einleitung einer wirksamen Behandlung kann eine Ausbreitung der Verlausung verhindern.

  • Behandlungsschema (vom RKI empfohlen):
    • 1. Tag: Erste Behandlung mit Insektizid
    • 5. Tag: Nass auskämmen (Haarkontrollmethode)
    • 9./10. Tag: Zweite Behandlung mit Insektizid
    • 13. Tag: Nass auskämmen (Haarkontrollmethode)
    • 17. Tag: Nass auskämmen (Haarkontrollmethode)

  • Umgebungsmaßnahmen:
    • Gründliche Reinigung von Kamm, Haar- und Kleiderbürsten
    • Wechsel und Waschen von Handtüchern, Leib- und Bettwäsche am Behandlungstag bei 60°
    • Kopfbedeckungen, Schals etc. für 3 Tage in Plastiktüte!

Weitere Maßnahmen:

  • Bei einem unkomplizierten Läusebefall reicht die Behandlung des Betroffenen in der Regel aus, den Befall dauerhaft zu beenden. Stets sollten jedoch mögliche Kontaktpersonen, vor allem Familienmitglieder, auf einen Läusebefall hin untersucht und gegebenenfalls mit behandelt werden.
  • Umfangreiche "Entlausungsmaßnahmen" in der Umgebung des Betroffenen sind bei unkompliziertem Befall in der Regel nicht erforderlich. Läuse haben außerhalb des behaarten Kopfes nur schlechte Überlebenschancen. Sie verlassen daher den einmal befallenen Kopf nur ungern. Auch in Mützen, in Oberbekleidung, Kuscheltieren oder Betten halten sich Läuse selten auf.
    Es reicht aus, wenn das Bettzeug, die Handtücher und die getragene Kleidung mit der ersten Behandlung bei 60°C gewaschen werden. Kämme und Bürsten sollen für 1 - 2 Minuten in 60°C heißes Wasser gelegt werden. 
  • Zur Beseitigung möglicherweise heruntergefallener Läuse oder von Haaren mit anhaftenden Nissen reicht eine normale Saugreinigung der Böden aus. Umfangreiche, unter Umständen gar tägliche Reinigungsmaßnahmen von Räumen oder Textilien sind in keinem Falle sinnvoll. Sie führen nur zu einer großen Arbeitsbelastung, vermindern aber die Gefahr der weiteren Läuseverbreitung nicht. Auch in Kindertagesstätten oder Schulen sind umfangreiche Säuberungsmaßnahmen oder gar Desinfektionen weder sinnvoll noch erforderlich.
  • Haustiere sind in keinem Falle Überträger von Kopfläusen.

Aufgaben der Betroffenen, der Gemeinschaftseinrichtung und des Gesundheitsamtes

Läuse übertragen keine Krankheiten. Verlausung stellt im strengen Sinne auch keine Erkrankung dar. Maßnahmen zur Beendigung der Verlausung sind stets durch den Betroffenen selbst bzw. durch die Sorgeberechtigten durchzuführen. Bei vermehrtem Befall in einzelnen Kindergartengruppen oder Schulklassen müssen alle Sorgeberechtigten ihre Kinder auf einen möglichen Läusebefall hin kontrollieren, diese Kontrolle schriftlich bestätigen und ggfs. die Behandlung (nach o. g Behandlungsschema) durchführen und diese schriftlich bestätigen.  Die Gemeinschaftseinrichtung informiert die Sorgeberechtigten und koordiniert das Vorgehen.

Das Gesundheitsamt überwacht das Meldegeschehen und berät Gemeinschaftseinrichtungen beim Auftreten von Kopfläusen. 

Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Kinderarzt oder Hausarzt, die zuständige Gemeinschaftseinrichtung für Kinder, oder an das Gesundheitsamt.

Weiere Informationen finden Sie im Internet unter

www.rki.de

www.pediculosis-gesellschaft.de

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