Gruppenhaltung von Sauen

Ab dem 01.01.2013 sind nach § 30 (2) Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung (TierSchNutzV) Sauen und Jungsauen im Zeitraum von über 4 Wochen nach dem Belegen bis eine Woche vor dem voraussichtlichen Abferkeltermin in der Gruppe zu halten.

Weiterhin gelten folgende zusätzliche bauliche Anforderungen:

Anforderungen an die Haltung von Sauen in Gruppen (Wartestall)

  • Jede Seite der Bucht muss mindestens 2,80 m lang sein.
  • Der Betonspaltenboden muss mindestens eine Auftrittsfläche von 8 cm und eine Spaltenweite von maximal 20 mm haben.
  • Jeder Jungsau und Sau muss eine uneingeschränkt nutzbare Bodenfläche nach folgender Tabelle zur Verfügung stehen:
    • je Jungsau: Gruppengröße bis 5 Sauen - 1,85 qm | Gruppengröße 6 bis 39 Sauen - 1,65 qm | Gruppengröße von 40 u. mehr Sauen - 1,50 qm
    • je Sau: Gruppengröße bis 5 Sauen - 2,50 qm | Gruppengröße 6 bis 39 Sauen - 2,25 qm | Gruppengröße von 40 u. mehr Sauen - 2,05 qm
  • Jeder Sau bzw. Jungsau muss in der Gruppenhaltung eine Liegefläche zur Verfügung stehen, die folgenden Anforderungen genügt:
    • max. 15 % Perforation
    • mindestens 1,3 qm pro Sau bzw. 0,95 qm pro Jungsau
  • Unverträgliche Sauen sind in der Zeit nach dem Belegen in Separationsbuchten zu halten, die so groß sind, dass sich die Sau darin jederzeit ungehindert umdrehen kann.
Weitere Anforderungen an die Gruppenhaltung von Sauen in Fress-Liegebuchten im  Wartestall; für diese Haltung gelten alle obigen Anforderungen und zusätzlich:
  • Sauen müssen die Zugangsvorrichtungen selbst bedienen können und die Bucht jederzeit aufsuchen und verlassen können.
  • Die Gangbreite hinter der Fressliegebucht beträgt
    • bei einreihiger Anordnung mindestens 1,60 m
    • bei doppelreihiger Anordnung mindestens 2,00
  • Hinweis: Für die Gangbreite gibt es für vor 2006 erbaute Anlagen eine Übergangsfrist bis zum 31.12.2018, wenn der Gang noch so breit ist, dass Sauen ungehindert aneinander vorbeigehen und umdrehen können.
  • Der Boden muss ab Trog mindestens auf 1 m Länge als Liegebereich mit maxi-mal 15 % Perforation ausgestaltet sein.
  • Die Fläche innerhalb der Fress-Liegebucht kann nur dann als Liegefläche anerkannt werden, wenn
    • sie mindestens 1,3 qm pro Sau bzw. 0,95 qm pro Jungsau groß ist und ma-ximal 15 % Perforation aufweist
    • die Sau ungehindert sich ausgestreckt hinlegen und aufstehen kann; für Neu- und Umbauten gilt für Sauen 0,70 cm breit und 2,00 m lang als Mindestmaß.

Anforderungen an die Haltung im Einzelstand (nur noch zulässig im Deckzentrum und Abferkelstall)

    • Der Kastenstand muss so groß sein, dass jedes Schwein ungehindert aufstehen, sich hinlegen, sowie Kopf und in Seitenlage die Gliedmaßen ausstrecken kann. Für Neu- und Umbauten gilt für Sauen 0,70 m breit und 2,00 m lang als Mindestmaß.
    • Der Liegebereich im Einzelstand darf nicht über Teilflächen hinaus perforiert sein, durch die Restfutter fallen oder Kot oder Harn durchgetreten werden oder abfließen kann.

Allgemeine Anforderungen an die Haltung von Schweinen (gilt auch für Sauen)

  • Trockene, saubere Liegeflächen, rutschfeste, trittsichere Böden, Stalleinrichtungen, von denen keine Verletzungsgefahr ausgeht.
  • Jederzeit Zugang zu Wasser in ausreichender Menge und Qualität, bei Gruppen-haltung ist räumlich getrennt von der Futterstelle pro 12 Schweine eine Tränkestelle einzurichten.
  • Jederzeit Zugang zu Beschäftigungsmaterial, das das Schwein untersuchen und verändern kann.
  • Ausreichende Beleuchtung: mindestens 80 Lux, 8 h lang
  • Ausreichend große Einzelbucht für kranke Tiere mit trockener und weicher Einstreu oder Unterlage.
Mit obigen Vorgaben wird die EU-Richtlinie 2001/120/EG über Mindestanforderungen zum Schutz von Schweinen in deutsches Recht umgesetzt. Vorsorglich weise ich darauf hin, dass zum 01.01.2013 die 6-jährige Übergangsfrist endet und keine weiteren Übergangsfristen oder Ausnahmeregelungen für die Umsetzung der obigen Anforderungen in der TierSchutzNutztierV  genannt sind.

Die Einhaltung der Anforderungen wird im Rahmen von CC-Kontrollen ab 01.01.2013 überprüft werden. Verstöße können nach § 18 Tierschutzgesetz mit Bußgeldern bis zu 25.000 € geahndet werden. Weiterhin können zur Beseitigung und zur Verhinderung von Verstößen nach § 16 a Tierschutzgesetz ordnungsbehördliche Maßnahmen ergriffen werden.

Rechtsgrundlagen allgemein

  • § 30 (2) Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung (TierSchNutzV)

Formulare

Zuständige Organisationseinheit

39 - Veterinärdienst und Lebensmittelüberwachung

Daruper Straße 5
48653 Coesfeld

E-Mail: veterinaerdienst@kreis-coesfeld.de